Behandlungskonzept bei Atemwegserkrankungen
Das große Gradierwerk von Bad Kösen fördert nach traditioneller Methode Sole für das Bewegungsbecken und die Wannenbäder. Schleimlösende und schleimhautpflegende Soleinhalationen werden am Gradierwerk und in unserer modernen Inhalationsabteilung durchgeführt.
Die Atemphysiotherapie und Inhalation mit Sole und ggf. mit Medikamenten werden durch abwehrstärkende Maßnahmen ergänzt.
Zur Steigerung der Infektabwehr werden bewährte naturheilkundliche Methoden wie Sauna, Wassertreten und Wechselgüsse eingesetzt. Nicht nur eine schadstoff- und allergenarme Luft sondern auch eine gesunde, vitaminreiche Ernährung bildet die Grundlage auf der wir das individuelle Behandlungsprogramm aufbauen.
Deshalb wird ein striktes Rauchverbot eingehalten (für rauchende Begleiteltern steht ein Pavillon außerhalb des Gebäudes zur Verfügung). Unter anderem aufgrund der milbendichten Matratzenbezüge konnte die Firma Fresenius keine Hausstaubmilben in der Klinik nachweisen.
In der Nase beginnt die Atmung...
Die Nase erfüllt als Filter (Allergene, Schadstoffe, Krankheitserreger) und Klimaanlage zum Schutz der tiefer gelegenen Schleimhäute wichtige Funktionen. In Diagnostik und Behandlung schenken wir ihr deshalb eine besondere Beachtung. Oft bewirken bereits nichtmedikamentöse Behandlungen wie Soleinhalationen und tägliche selbstständige Nasenspülungen eine Normalisierung der Durchgängigkeit und Funktion.
Asthma bronchiale
Ziel der Optimierung der Behandlung ist eine normale körperliche Leistungsfähigkeit, die Teilnahme an einem normalen Leben und die Vermeidung Nebenwirkungen. Die Grundlage bildet dafür die Vermeidung von Schadstoffen und relevanten Allergenen. Die medikamentöse Therapie wird ggf. gemäß den Leitlinien optimiert. Im Asthmasport werden Techniken vermittelt, wie man ohne Beschwerden uneingeschränkt Sport treiben kann. Die Asthmaschulung vermittelt altersgemäß was das Asthma ist.
Sie lernen, wie man Auslöser vermeidet und bei Bedarf oder als Dauertherapie genau auf den Bedarf abgestimmt mit Medikamenten behandelt. Im Sport, in der Physiotherapie und im Reha-Alltag wird auch geübt, wie man Verschlechterungen rechtzeitig erkennt und selbstständig auffängt. Eine Elternschulung wird für Begleiteltern und als Wochenendseminar angeboten. Damit die rehabilitative Wirkung auch nach dem Klinikaufenthalt langfristig gewährleistet ist, geben wir unseren Patienten alltagstaugliche Empfehlungen mit nach Hause. Hierzu wird am Ende ein Behandlungsplan abgestimmt, der von allen akzeptiert ist, technisch beherrscht wird und im Alltag gut umsetzbar ist.
Rezidivierende obstruktive Bronchitis
Bei Kleinkindern lässt sich dieses Krankheitsbild nicht immer sicher von einem beginnenden Asthma bronchiale unterscheiden. Die Behandlung und Schulung entspricht andererseits auch weitgehend der bei Asthma bronchiale. Darüber hinaus legen wir hier Wert auf abwehrstärkenden und schleimhautpflegenden Maßnahmen wie Inhalationen von Sole (auch am nahe gelegenen Gradierwerk), Kneipanwendungen, Sauna, Wassertreten und Sport und Bewegung.
Mukoviszidose
Bei der Rehabilitation von Kinder und Jugendlichen mit Mukoviszidose ist uns die Vertiefung der physiotherapeutischer Techniken, die Nutzung von Sport zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit und der Lungenfunktion besonders wichtig. Unsere erfahrenen Physiotherapeutinnen haben den Fortgeschrittenenkurs CF Physiotherapie absolviert und tauschen sich eng mit den Physiotherapeutinnen aus CF Ambulanzen aus. Ein häufiges Problem ist der Mangel an Motivation zur Durchführung der zeitaufwendigen täglichen Behandlung zur Sekretförderung und Steigerung der Brustkorbbeweglichkeit. Deshalb vermitteln wir verschiedene Möglichkeiten die Zeiteffizienz zu steigern und die Behandlung besser in das Alltagsleben zu integrieren und attraktiver zu gestalten. Selbstverständlich bieten wir auch eine eingehende Information und Beratung einzeln und in Gruppen zu allen Fragen der Mukoviszidose für Kinder und Eltern an um dazu beizutragen, dass die Krankheit besser akzeptiert wird. Zur Verhinderung von Kreuzinfektionen werden unter anderem die Gruppen von Kindern ohne Pseudomonas Infektion, mit Pseudomonas und multiresistentem Pseudomonas zeitlich getrennt.


