30.03.12
Neurologische Rehabiltation in der Saale Reha-Klinik II Bad Kösen
im September wird die neue Abteilung eröffnet
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| Dr. med. Carsten Clewing, zukünfitger Chefarzt der Neurologie in der Saale Reha-Klinik II |
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Im September 2012 nimmt die neue Abteilung für neurologisch-neurochirurgische Rehabilitation ihren Betrieb auf. Die Aufnahmekapazität der neurologisch-neurochirurgischen Rehabilitationsabteilung wird 84 stationäre Behandlungsplätze umfassen. Diese verteilen sich auf die durch die Bundesarbeitsgemeinschaft Rehabilitation vorgegebenen stationären Behandlungsphasen C (Stabilisierungsphase), D (weiterführende Rehabilitation) und auf eine spezielle Behandlungseinheit für Rehabilitanden mit Sprachstörungen. Hinzu kommen zusätzliche ambulante Behandlungsplätze für berufliche Rehabilitation, die in die Klinikstrukturen der Saale Reha-Kliniken I und II integriert werden sollen.
Schädigungen des zentralen Nervensystems durch Gefäßerkrankungen (Schlaganfall), Unfälle (Schädel-Hirn-Trauma), neurodegenerative Erkrankungen (Morbus Parkinson), Entzündungen (Enzephalitis und Myelitis) oder Neubildungen (Tumor) sind die Hauptindikationen für die Durchführung stationärer neurologischer Rehabilitation. Durch indikationsspezifische Behandlungsprogramme kann nachgewiesenermaßen (Stroke Unit Trialists' Collaboration. Collaborative systematic review of the randomised trials of organised inpatient (stroke unit) care after stroke. BMJ 314:1151-1159, 1997) die spezifische Übungsbehandlung einen entscheidenden Beitrag zur Bewältigung und Überwindung erworbener Einschränkungen in den Bereichen Motorik, Wahrnehmung, Kognition, Emotion und Kommunikation sowie assoziierten sozialen Problemen und reaktiven, psychischen Belastungen leisten und somit für eine verbesserte Wiedereingliederung in die vorher bestehenden Lebensumstände der Rehabilitanden sorgen.
Unser Konzept sieht eine enge Kooperation zwischen der ärztlichen Leitung der neurologischen Abteilung und den umliegenden Akutkrankenhäusern mit neurologischen Kliniken bzw. den Anbietern von frührehabilitativer Behandlung im südlichen Sachsen-Anhalt und den angrenzenden Bundesländern vor.
Des Weiteren gehört auch die Durchführung beruflicher Rehabilitation im Rahmen einer spezialisierten ambulanten Behandlung in unserer Klinik sowie die ambulante, wohnortnahe Fortführung von medizinischen Rehabilitationsmaßnahmen für unmittelbar im Umkreis lebende Rehabilitanden zum Konzept. Dazu ist ebenfalls eine enge Kooperation mit umliegenden, ambulanten Institutionen der Gesundheitsversorgung, den lokalen Trägern von beruflichen Wiedereingliederungsmaßnahmen, lokalen Arbeitgebern und Behörden notwendig. Durch das Angebot unserer Abteilung wird es in Zukunft möglich sein, speziell Menschen im südlichen Sachsen-Anhalt, Westsachsen und Ostthüringen wohnortnah stationär rehabilitieren zu können und das erreichte Ergebnis durch entsprechende ambulante Maßnahmen vor Ort im Sinne der Nachsorge nachhaltig festigen zu können.
Hochspezialisierte Therapiekonzepte für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen und schweren Einschränkungen in Motorik, Wahrnehmung und Kommunikation setzen ein hoch motiviertes, interdisziplinär-denkendes und -handelndes Therapeuten- und Pflegeteam voraus, dass wir durch die bestehenden Abteilungen für geriatrische, kardiologische, orthopädische und psychosomatische Rehabilitation im Saale Reha-Klinikum bereits vorfinden und durch entsprechende Fachkräfte in den Bereichen Logopädie und Neuropsychologie ergänzen.
Durch den Umbau eines gesamten Klinik-Stockwerkes zur neurologischen Abteilung kann ein räumlich optimiertes Therapieangebot für die noch wenig mobilen Rehabilitanden bereitgestellt werden, das allen Anforderungen an eine multimodale, interdisziplinäre Rehabilitationsbehandlung gerecht wird. Weitere Synergieeffekte in der räumlichen und apparativen Ausstattung ergeben sich in der Nutzung der umfassend und großzügig bemessenen, zentral gelegenen Abteilungen für Physio- und Ergotherapie im Erdgeschoss. Die im Erdgeschoss eingerichtete Diagnostikabteilung kann für alle Standardmessverfahren der Elektrophysiologie, Elektroenzephalographie, Sonologie, der vegetativen Diagnostik und Posturographie genutzt werden. Des Weiteren werden ein hochmodernes Ganganalysegerät, eine endoskopische Dysphagie-Diagnostik sowie ein Schlaflabor vorgehalten.
Durch die bereits vor Ort etablierte patientenzentrierte, flexible und effiziente Organisationsstruktur von Therapieabteilungen, Pflegeteams, Verwaltung- und Logistik-Bereichen und durch das etablierte Qualitätsmanagmentsystem innerhalb der Klinik profitiert die neu aufzubauende Abteilung erheblich von den vorhandenen Rahmenbedingungen in der Klinik II des Saale Reha-Klinikums Bad Kösen.
Wir freuen uns, ab September 2012 die ersten Rehabilitanden in unseren Räumen begrüßen zu können und sind uns sicher, den hohen Anforderungen von Seiten der Kostenträger, der Zuweiser und nicht zuletzt von Seiten der Rehabilitanden an die Durchführung stationär-neurologischer Rehabilitation in unserer Abteilung gerecht werden zu können.
Bilder der ersten Pressekonferenz und den Medienbericht stellen wir Ihnen hier zur Verfügung.
Carsten Clewing, Kai Wohlfarth
Quelle: MZ v. 13.03.2012 (2,66 Mb)
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