Geriatrie
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Die geriatrische Rehabilitation trägt sowohl zum Erhalt und zur Verbesserung der Teilhabe
als auch zur Vermeidung oder Verminderung von Pflegebedürftigkeit im Alter bei.
Die gesundheitliche Gesamtsituation alter Menschen wird häufig durch das gleichzeitige Vorkommen mehrerer Erkrankungen und ihrer Folgen, altersbedingter Veränderungen sowie gesundheitlich bedeutsamer Lebensumstände und Lebensgewohnheiten geprägt.
Wir sprechen von geriatrie-typischer Multimorbidität.
Zusätzlich bedeutsam sind bei diesen Patienten – neben der allgemeinen verminderten körperlichen Belastungsfähigkeit –
die Abnahme der kognitiven Leistungsfähigkeit, die psychische und soziale Verunsicherung sowie Phänomene wie Antriebsminderung, psychische Störungen, zunehmende Vereinsamung etc.
Rehabilitationsbedürftigkeit, Rehabilitationsfähigkeit und Rehabilitationsziele sowie deren Prognose sind beim geriatrischen Patienten daher immer im individuellen sozioökonomischen Kontext zu betrachten und auf alltagsrelevante Aktivitäten und die Teilhabe abzuzielen.
Die Besonderheiten des geriatrischen Patienten, die auf Grund seines Lebensalters sowie seiner persönlichen Lebenssituation bestehen, erfordern speziell auf diese Problematik abgestimmte komplexe Behandlungs- und Rehabilitationsangebote.
Geriatrische Patienten sind definiert durch:
- Geriatrie-typische Multimorbidität und
- höheres Lebensalter (überwiegend 70 Jahre oder älter).
(die geriatrie-typische Multimorbidität ist hierbei vorrangig vor dem kalendarischen Alter
zu sehen)
oder durch
- Alter 80 +
auf Grund der alterstypisch erhöhten Vulnerabilität (Verletzbarkeit),
z.B. wegen
- des Auftretens von Komplikationen und Folgeerkrankungen,
- der Gefahr der Chronifizierung sowie
- des erhöhten Risikos unter Verlust der Autonomie mit Verschlechterung des
Selbsthilfestatus.
(Stand 19.01.2007 – Arbeitsgruppe der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie,
der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie sowie der Bundesarbeitsgemeinschaft der klinisch-geriatrischen Einrichtungen)
Indikationen für die schwerpunktorientierte medizinisch-geriatrische Rehabilitation
Stationäre rehabilitative Behandlung schwer betroffener Patienten nach akuten Erkrankungen mit erheblichen Komplikationen
z.B.
- nach kardiologischer oder kardiochirurgischer Intervention, nach Rekompensation
einer Herzinsuffizienz oder einer lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörung
- nach komplexer operativ-osteosynthetischer Versorgung von Frakturen mit
Wundheilungsstörungen nach Operationen etc.
- Halbseitenlähmung nach Schlaganfall mit neuropsychologischen Störungen.
Die medizinische Diagnostik und Therapie erfolgt parallel zur Behandlung auf der Basis des geriatrischen Assessments.
Die Aufnahme des Patienten wird nach genehmigter Antragsleistung zeitnah sichergestellt. (Aufnahmen täglich möglich)
So wird ein fließender Übergang von der Krankenhausbehandlung zur medizinisch- geriatrischen Rehabilitation ermöglicht.
Die Ziele der Rehabilitationsmaßnahmen in unserem Haus sind:
- Vermeidung bzw.Verminderung der Pflegebedürftigkeit
- Verbesserung der alltagspraktischen Fähigkeiten
- Ermöglichung weitestgehend selbstständiger Lebensführung
- Unterstützung des häufigen Patientenziels, in der eigenen Umgebung zu verbleiben
Ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung ist die Erfassung und Dokumentation der funktionellen Probleme sowie der Ressourcen des Patienten unter Berücksichtigung aller Einflussfaktoren.
Dazu wird das Geriatrische Basisassessment (GBA) angewendet.
Ziel dieses Verfahrens ist das Erstellen eines individuellen umfassenden Therapie- und Betreuungsplanes.
Zur Realisierung des Planes wird das therapeutische Team eingesetzt.
Ganz wichtig sind dabei die regelmäßigen Teambesprechungen und die wöchentlichen Teamvisiten.
SRK2_Lepo_Geriatrie.pdf (303,08 Kb)
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Seit März 2009 ist die Saale Reha - Klinik II Mitglied im Bundesverband Geriatrie e.V. und im Landesverband Sachsen Anhalt.






